Colombera & Garella

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GIACOMO COLOMBERA & CRISTIANO GARELLA

Etwa eineinhalb Autostunden nördlich von Alba beginnt das Alto Piemonte, der nördlichere, höher gelegene und weit unbekanntere Teil des Piemonts. Vor hundertfünfzig Jahren waren Namen (und Weine) wie Gattinara, Bramaterra, Ghemme und Lessona noch in aller Munde. Damals wurde hier, in den Ausläufern der Alpen, genauso viel Wein angebaut wie heute im ganzen Piemont. Aber ein legendärer Hagelsturm 1904, die Reblaus und zwei Weltkriege sorgten dafür, dass die Leute hinterher lieber Wolle schoren und lukrativen Kaschmir ins nahegelegene Mailand verkauften, anstatt Reben zu pflanzen.

Erst Anfang der 2000er gab es wieder erste Investitionen. China hatte die mailändische Textilindustrie überrollt und die jüngere Generation besann sich bei ihrer Suche nach Beschäftigung wieder auf das Handwerk ihrer Großeltern. Zwar waren Gattinara, Lessona, Bramaterra und die anderen Appellationen längst von Bäumen überwuchert, aber der finanzielle Erfolg von Barolo und Barbaresco im Süden ließ darauf hoffen, dass sich der Aufwand lohnen würde, dem Wald die Weinberge wieder abzutrotzen.

Just in dieser Zeit entschied sich der junge Cristiano Garella, ein begabter Quereinsteiger, dazu, seine Passion zum Beruf zu machen. Seit er dreizehn war hatte Cristiano in Langhe, der Toscana, Sizilien und andernorts Weingüter besucht und Weine getrunken. Weil er mit achtzehn nun das Winzerhandwerk lernen wollte, begleitete er ab 2002 für ein paar Jahre einen alten Weinbauern in Masserano durch den Weinberg. Die Weine waren rustikal, aber ehrlich und wenig behandelt. Wasser trinken war verboten. Und so entwickelte Cristiano ein Gespür für die urwüchsigen Weine der Region, während er alles las, was er in die Finger bekam.

2006 schließlich wurde das Weingut Sella in Lessona auf ihn aufmerksam und warb ihn an. In kürzester Zeit stieg Cristiano dort zum Kellermeister auf, aber entschied sich nach einigen Jahren und "einigen guten Fermentationen" zum Ausstieg. Es gefiel ihm nicht, Vorgaben beim Stil seiner Weine zu bekommen.

In seiner Zeit bei Sella lernte Cristiano einen anderen jungen Winzer kennen: Giacomo Colombera, dessen Vater Carlo einige der besten Parzellen in Lessona und Bramaterra gehörten. Die beiden ernteten gemeinsam einige Jahrgänge und entschieden sich schließlich dazu, sich zusammen zu tun. 2010 war Colombera & Garella geboren.

Auch in dieser Gegend des Piemonts regiert die Rebsorte Nebbiolo, auch wenn sie hier oft Spanna genannt wird. Aber die Region ist höher gelegen, etwa 350m über dem Meeresspiegel, und weiter nördlich als Barolo und Barbaresco. Es ist kühler hier, der Einfluss der Alpen und des Kontinents ist größer und der des Mittelmeers geringer. Das führt dazu, dass die Weine, die Giacomo und Cristiano machen etwas leichter und frischer sind als man es von ihren Artgenossen aus dem Süden kennt. Die Trauben reifen länger am Stock, die Tannine sind etwas weicher (was nicht heißt, dass diese Weine tanninarm sind!) und sie haben eine animierende Säure.

Außer Nebbiolo sind in Bramaterra und Lessona aber auch andere Trauben zugelassen, die in kleinen Anteilen in den Weinen landen. Vespolina stammt vom Nebbiolo ab, hat aber ein pfeffriges Aroma, das sich mit jenem eines Syrahs messen kann. Trotzdem ist sie leicht und frisch und sorgt für mehr Trinkfluss, wenn sie beigemengt wird. Croatina ist etwas rustikaler, dunkler, hat etwas weniger Säure, aber dafür verlockende Aromen von reifen Pflaumen, dunkler Schokolade und etwas, das gerne als Eisen oder Blut beschrieben wird.

Ein weiterer Unterschied zu den Weinen der Langhe sind die Böden: vor etwa 800.000 Jahren brach hier der Supervulkan Sesia aus und in sich zusammen, wodurch er das Tal des gleichnamigen Flusses schuf, der heute durch die Region fließt. Während in einigen Teilen des Alto Piemonte längst Gletscher dicke Bodenschichten über dem vulkanischen Porphyr aufgeschichtet haben, wachsen die Reben in den Appelationen Bramaterra, Gattinara und Boca noch heute auf Vulkangestein. Manch einer beschreibt deshalb Ähnlichkeiten zwischen diesen Weinen und etwa jenen des Etna auf Sizilien.

Colombera & Garella sind zwar nicht biologisch oder biodynamisch zertifiziert, aber sie sind Mitglied im Verband ViniVeri, der eigentlich nur aus biodynamisch arbeitenden Weingütern besteht. Sie arbeiten nachhaltig, verzichten auf den Einsatz von Chemikalien, und was die Zertifizierung angeht: was nicht ist kann ja noch werden.

Wir sind sehr froh, mit Cristiano und Giacomo zusammenzuarbeiten. Und wir sind sehr gespannt, wie sich diese Region, die aktuell eine echte Renaissance erlebt, in den nächsten Jahren entwickelt!

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GIACOMO COLOMBERA & CRISTIANO GARELLA

Etwa eineinhalb Autostunden nördlich von Alba beginnt das Alto Piemonte, der nördlichere, höher gelegene und weit unbekanntere Teil des Piemonts. Vor hundertfünfzig Jahren waren Namen (und Weine) wie Gattinara, Bramaterra, Ghemme und Lessona noch in aller Munde. Damals wurde hier, in den Ausläufern der Alpen, genauso viel Wein angebaut wie heute im ganzen Piemont. Aber ein legendärer Hagelsturm 1904, die Reblaus und zwei Weltkriege sorgten dafür, dass die Leute hinterher lieber Wolle schoren und lukrativen Kaschmir ins nahegelegene Mailand verkauften, anstatt Reben zu pflanzen.

Erst Anfang der 2000er gab es wieder erste Investitionen. China hatte die mailändische Textilindustrie überrollt und die jüngere Generation besann sich bei ihrer Suche nach Beschäftigung wieder auf das Handwerk ihrer Großeltern. Zwar waren Gattinara, Lessona, Bramaterra und die anderen Appellationen längst von Bäumen überwuchert, aber der finanzielle Erfolg von Barolo und Barbaresco im Süden ließ darauf hoffen, dass sich der Aufwand lohnen würde, dem Wald die Weinberge wieder abzutrotzen.

Just in dieser Zeit entschied sich der junge Cristiano Garella, ein begabter Quereinsteiger, dazu, seine Passion zum Beruf zu machen. Seit er dreizehn war hatte Cristiano in Langhe, der Toscana, Sizilien und andernorts Weingüter besucht und Weine getrunken. Weil er mit achtzehn nun das Winzerhandwerk lernen wollte, begleitete er ab 2002 für ein paar Jahre einen alten Weinbauern in Masserano durch den Weinberg. Die Weine waren rustikal, aber ehrlich und wenig behandelt. Wasser trinken war verboten. Und so entwickelte Cristiano ein Gespür für die urwüchsigen Weine der Region, während er alles las, was er in die Finger bekam.

2006 schließlich wurde das Weingut Sella in Lessona auf ihn aufmerksam und warb ihn an. In kürzester Zeit stieg Cristiano dort zum Kellermeister auf, aber entschied sich nach einigen Jahren und "einigen guten Fermentationen" zum Ausstieg. Es gefiel ihm nicht, Vorgaben beim Stil seiner Weine zu bekommen.

In seiner Zeit bei Sella lernte Cristiano einen anderen jungen Winzer kennen: Giacomo Colombera, dessen Vater Carlo einige der besten Parzellen in Lessona und Bramaterra gehörten. Die beiden ernteten gemeinsam einige Jahrgänge und entschieden sich schließlich dazu, sich zusammen zu tun. 2010 war Colombera & Garella geboren.

Auch in dieser Gegend des Piemonts regiert die Rebsorte Nebbiolo, auch wenn sie hier oft Spanna genannt wird. Aber die Region ist höher gelegen, etwa 350m über dem Meeresspiegel, und weiter nördlich als Barolo und Barbaresco. Es ist kühler hier, der Einfluss der Alpen und des Kontinents ist größer und der des Mittelmeers geringer. Das führt dazu, dass die Weine, die Giacomo und Cristiano machen etwas leichter und frischer sind als man es von ihren Artgenossen aus dem Süden kennt. Die Trauben reifen länger am Stock, die Tannine sind etwas weicher (was nicht heißt, dass diese Weine tanninarm sind!) und sie haben eine animierende Säure.

Außer Nebbiolo sind in Bramaterra und Lessona aber auch andere Trauben zugelassen, die in kleinen Anteilen in den Weinen landen. Vespolina stammt vom Nebbiolo ab, hat aber ein pfeffriges Aroma, das sich mit jenem eines Syrahs messen kann. Trotzdem ist sie leicht und frisch und sorgt für mehr Trinkfluss, wenn sie beigemengt wird. Croatina ist etwas rustikaler, dunkler, hat etwas weniger Säure, aber dafür verlockende Aromen von reifen Pflaumen, dunkler Schokolade und etwas, das gerne als Eisen oder Blut beschrieben wird.

Ein weiterer Unterschied zu den Weinen der Langhe sind die Böden: vor etwa 800.000 Jahren brach hier der Supervulkan Sesia aus und in sich zusammen, wodurch er das Tal des gleichnamigen Flusses schuf, der heute durch die Region fließt. Während in einigen Teilen des Alto Piemonte längst Gletscher dicke Bodenschichten über dem vulkanischen Porphyr aufgeschichtet haben, wachsen die Reben in den Appelationen Bramaterra, Gattinara und Boca noch heute auf Vulkangestein. Manch einer beschreibt deshalb Ähnlichkeiten zwischen diesen Weinen und etwa jenen des Etna auf Sizilien.

Colombera & Garella sind zwar nicht biologisch oder biodynamisch zertifiziert, aber sie sind Mitglied im Verband ViniVeri, der eigentlich nur aus biodynamisch arbeitenden Weingütern besteht. Sie arbeiten nachhaltig, verzichten auf den Einsatz von Chemikalien, und was die Zertifizierung angeht: was nicht ist kann ja noch werden.

Wir sind sehr froh, mit Cristiano und Giacomo zusammenzuarbeiten. Und wir sind sehr gespannt, wie sich diese Region, die aktuell eine echte Renaissance erlebt, in den nächsten Jahren entwickelt!

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rot, Piemont, 2015

The Queen in the North!!! Auch hier im Norden regiert die Nebbiolo. Im kühleren Alpenvorland produziert sie etwas leichtere, frischere Weine, die trotzdem all die typischen Aromen zeigen: Rosen, Leder, Sauerkirschen. Dazu kommt eine...

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