Bestellen Sie für weitere 75,00 € und Sie erhalten Ihren Einkauf versandkostenfrei!

Moritz Kissinger

moritz-im-keller
Moritz Kissinger

Weingut Kissinger

Wein machen mit Mund und Bauch – so in etwa könnte man Moritz’ Ansatz beschreiben. Er macht, was ihm schmeckt, und folgt dabei mehr seiner Intuition als dem Reißbrett…

Wir hatten viel Glück, dass wir Moritz und seine Weine kennenlernen durften, bevor sich der neue Geheimtipp dann wie ein Lauffeuer verbreitete. Eines Tages tauchte Marie mit einer Flasche Kissinger Chardonnay im Gepäck bei der Arbeit auf. Sie kannte Moritz noch aus dem Studium in Geisenheim und hatte eine Flasche von seinem ersten Jahrgang ergattert. Den hatte er im Studium abgefüllt und eher unter der Hand an Freunde und Familie verteilt – ein Testballon, der ein paar Monate später dann für mächtig Furore sorgte, als niemand anderes als Klaus Peter Keller ihn in den Himmel lobte. Wir waren ähnlich begeistert und freuen uns jetzt sehr, dass wir mit Moritz arbeiten dürfen.

Das Weingut Kissinger liegt in Uelversheim in Rheinhessen, auf halber Strecke zwischen Mainz und Worms. Im Jahr 2000 haben Moritz und sein Vater dort einen neuen Keller am Ortsrand bezogen (die Anschrift lautet wortwörtlich „Außerhalb 13“), weil der alte im Ortskern zu klein geworden war und die Arbeit dort umständlich zergliedert. Im Aussiedlerhof ist jetzt alles optimal und funktional eingerichtet, auch wenn es nicht mehr so romantisch ausschaut. Im ehemaligen Elternhaus wohnt weiterhin die Oma.

Schon bevor Moritz mit seiner eigenen Linie durchstartete, war das Weingut ziemlich erfolgreich. Moritz’ Vater war anfangs noch ein wenig skeptisch, was die Weine seines Sohns anging, bringt sie mittlerweile aber sogar stolz mit zu Verkostungen von Freunden. Moritz ist seinem Vater seinerseits dankbar für die Voraussetzungen, die er jetzt hat: Traktoren, Arbeitsgeräte, Platz – es fehlt eigentlich an nichts, um frei seiner eigenen Vision folgen zu können.

Wie also sieht diese Vision aus?

Alles fängt, wie könnte es anders sein, mit den Böden und den Reben an. Die Lagen im Oppenheimer Herrenberg und im Uelversheimer Geierscheiß werden schon seit ein paar Jahren biologisch bewirtschaftet, werden aber jetzt nach und nach auf biodynamischen Anbau umgestellt. Ob er dann auch den Weg über die Zertifizierung und den Verband gehen will, weiß Moritz noch nicht. Hauptsache der Boden ist lebendig und die Reben im Gleichgewicht, damit am Ende gute, gesunde Trauben dabei rauskommen. Die sind schließlich die unverzichtbare Voraussetzung für die weitestgehend natürliche Arbeit im Keller und spannende Weine. Begrünung zwischen den Rebzeilen hilft dabei, Wasser zu speichern, und gedüngt wird, wenn überhaupt, nur mit eigenem Kompost, damit die Reben auf der Suche nach Nährstoffen starke Wurzeln ausbilden. Gerade angesichts der letzten (heißen) Jahre, ist es wichtig, dass sie mit etwas Trockenstress umgehen können, erklärt Moritz. Bisher arbeitet er hauptsächlich mit Chardonnay und Weißburgunder; die nächsten Jahre wird das Portfolio aber noch ein wenig wachsen. (Wir freuen uns zum Beispiel schon auf die ersten Roten aus dem Hause Kissinger.)

juergen_und_moritz_kissinger_juli_2017-7974

Im Keller stellt Moritz unter Beweis, dass Sauerstoff keinesfalls der Feind ist. Er behandelt seinen Most ziemlich oxidativ, schützt ihn aber gleichzeitig durch ordentlich Trub vor zu viel Oxidation. Die Gärung geht relativ zügig durch, gerade mal eine Woche dauert sie in der Regel – aber später im Fass bekommt der Wein dann noch mal ordentlich Zeit, um zu sich zu finden. Für Moritz hilft die schnelle Gärung dabei, die Spannung aus dem Weinberg mit in den Wein zu bringen. Die verliert er dann auch später nicht mehr. Tatsächlich haben Moritz’ Weine ungemein Reibung und, ja: Spannung. Vielleicht rührt sie auch daher!?

Seine Ausbildung hat Moritz in verschiedenen Ecken Rheinhessens durchgezogen: bei Wagner Stempel in Siefersheim, bei Gutzler in Gundheim und beim Sekthaus Raumland in Flörsheim-Dalsheim. Die Arbeit mit Schaumwein hat er dann in England noch weiter vertieft, als er eine Weile bei Gusbourne Estate in Kent (UK) gearbeitet hat. Wenig überraschend also vielleicht, dass Moritz jetzt selber verdammt guten Sekt macht. Aber es gab noch jede Menge weiterer Stationen: etwa bei Eva Fricke im Rheingau, bei den Brand Brüdern in der Pfalz und bei Pegasus Bay in Canterbury (NZ). Dazu kommt das Studium in Geisenheim, das er 2018 angefangen hat.

Das Weinmachen hat Moritz aber auch über’s Weintrinken gelernt. Die Zeit in Geisenheim (bis 2021 ist er noch immatrikuliert) besteht sicherlich einerseits aus Seminaren und Klausuren – aber ein essentieller Teil der Ausbildung ist es auch, jahrelang den ganzen Tag von Weinmenschen umgeben zu sein, beieinander am Küchentisch zu hocken und bis in die frühen Morgenstunden Flaschen aufzuziehen. An den klassischen Rieslingen hat man sich ziemlich schnell satt getrunken und sehnt sich nach mehr Ecken, Kanten und Vielfalt, so Moritz. Bei ihm führte der Weg dann (wie bei so vielen) erstmal ins Burgund, wo die Gärungen dreckiger und die Weine so spannend wie unerschwinglich sind. Dann wuchs die Neugier; auch Naturweine rückten auf den Plan: Weine, die neue Reize setzen können und die Rezeptoren in Gang bringen. Vorbilder sind heute etwa Tscheppe und Muster in der Steiermark, Tissot im Jura, oder Ziereisen im Markgräflerland. Wenn es mal eine Spur klassischer sein soll, trinkt Moritz Christmann oder Keller – mit Sophie und Felix ist er auch gut befreundet.

Trotz der Vorliebe für Ecken und Kanten möchte Moritz sich nicht unbedingt in die Naturwein-Ecke stellen. Das Label ist ihm herzlich egal und das Einordnen sollen andere übernehmen. Er will einfach Weine machen, die geil schmecken und die Nerven kitzeln, mit Mund und Bauch!herrenberg

Moritz Kissinger Weingut Kissinger Wein machen mit Mund und Bauch – so in etwa könnte man Moritz’ Ansatz beschreiben. Er macht, was ihm schmeckt, und folgt dabei mehr seiner Intuition... mehr erfahren »
Fenster schließen
Moritz Kissinger

moritz-im-keller
Moritz Kissinger

Weingut Kissinger

Wein machen mit Mund und Bauch – so in etwa könnte man Moritz’ Ansatz beschreiben. Er macht, was ihm schmeckt, und folgt dabei mehr seiner Intuition als dem Reißbrett…

Wir hatten viel Glück, dass wir Moritz und seine Weine kennenlernen durften, bevor sich der neue Geheimtipp dann wie ein Lauffeuer verbreitete. Eines Tages tauchte Marie mit einer Flasche Kissinger Chardonnay im Gepäck bei der Arbeit auf. Sie kannte Moritz noch aus dem Studium in Geisenheim und hatte eine Flasche von seinem ersten Jahrgang ergattert. Den hatte er im Studium abgefüllt und eher unter der Hand an Freunde und Familie verteilt – ein Testballon, der ein paar Monate später dann für mächtig Furore sorgte, als niemand anderes als Klaus Peter Keller ihn in den Himmel lobte. Wir waren ähnlich begeistert und freuen uns jetzt sehr, dass wir mit Moritz arbeiten dürfen.

Das Weingut Kissinger liegt in Uelversheim in Rheinhessen, auf halber Strecke zwischen Mainz und Worms. Im Jahr 2000 haben Moritz und sein Vater dort einen neuen Keller am Ortsrand bezogen (die Anschrift lautet wortwörtlich „Außerhalb 13“), weil der alte im Ortskern zu klein geworden war und die Arbeit dort umständlich zergliedert. Im Aussiedlerhof ist jetzt alles optimal und funktional eingerichtet, auch wenn es nicht mehr so romantisch ausschaut. Im ehemaligen Elternhaus wohnt weiterhin die Oma.

Schon bevor Moritz mit seiner eigenen Linie durchstartete, war das Weingut ziemlich erfolgreich. Moritz’ Vater war anfangs noch ein wenig skeptisch, was die Weine seines Sohns anging, bringt sie mittlerweile aber sogar stolz mit zu Verkostungen von Freunden. Moritz ist seinem Vater seinerseits dankbar für die Voraussetzungen, die er jetzt hat: Traktoren, Arbeitsgeräte, Platz – es fehlt eigentlich an nichts, um frei seiner eigenen Vision folgen zu können.

Wie also sieht diese Vision aus?

Alles fängt, wie könnte es anders sein, mit den Böden und den Reben an. Die Lagen im Oppenheimer Herrenberg und im Uelversheimer Geierscheiß werden schon seit ein paar Jahren biologisch bewirtschaftet, werden aber jetzt nach und nach auf biodynamischen Anbau umgestellt. Ob er dann auch den Weg über die Zertifizierung und den Verband gehen will, weiß Moritz noch nicht. Hauptsache der Boden ist lebendig und die Reben im Gleichgewicht, damit am Ende gute, gesunde Trauben dabei rauskommen. Die sind schließlich die unverzichtbare Voraussetzung für die weitestgehend natürliche Arbeit im Keller und spannende Weine. Begrünung zwischen den Rebzeilen hilft dabei, Wasser zu speichern, und gedüngt wird, wenn überhaupt, nur mit eigenem Kompost, damit die Reben auf der Suche nach Nährstoffen starke Wurzeln ausbilden. Gerade angesichts der letzten (heißen) Jahre, ist es wichtig, dass sie mit etwas Trockenstress umgehen können, erklärt Moritz. Bisher arbeitet er hauptsächlich mit Chardonnay und Weißburgunder; die nächsten Jahre wird das Portfolio aber noch ein wenig wachsen. (Wir freuen uns zum Beispiel schon auf die ersten Roten aus dem Hause Kissinger.)

juergen_und_moritz_kissinger_juli_2017-7974

Im Keller stellt Moritz unter Beweis, dass Sauerstoff keinesfalls der Feind ist. Er behandelt seinen Most ziemlich oxidativ, schützt ihn aber gleichzeitig durch ordentlich Trub vor zu viel Oxidation. Die Gärung geht relativ zügig durch, gerade mal eine Woche dauert sie in der Regel – aber später im Fass bekommt der Wein dann noch mal ordentlich Zeit, um zu sich zu finden. Für Moritz hilft die schnelle Gärung dabei, die Spannung aus dem Weinberg mit in den Wein zu bringen. Die verliert er dann auch später nicht mehr. Tatsächlich haben Moritz’ Weine ungemein Reibung und, ja: Spannung. Vielleicht rührt sie auch daher!?

Seine Ausbildung hat Moritz in verschiedenen Ecken Rheinhessens durchgezogen: bei Wagner Stempel in Siefersheim, bei Gutzler in Gundheim und beim Sekthaus Raumland in Flörsheim-Dalsheim. Die Arbeit mit Schaumwein hat er dann in England noch weiter vertieft, als er eine Weile bei Gusbourne Estate in Kent (UK) gearbeitet hat. Wenig überraschend also vielleicht, dass Moritz jetzt selber verdammt guten Sekt macht. Aber es gab noch jede Menge weiterer Stationen: etwa bei Eva Fricke im Rheingau, bei den Brand Brüdern in der Pfalz und bei Pegasus Bay in Canterbury (NZ). Dazu kommt das Studium in Geisenheim, das er 2018 angefangen hat.

Das Weinmachen hat Moritz aber auch über’s Weintrinken gelernt. Die Zeit in Geisenheim (bis 2021 ist er noch immatrikuliert) besteht sicherlich einerseits aus Seminaren und Klausuren – aber ein essentieller Teil der Ausbildung ist es auch, jahrelang den ganzen Tag von Weinmenschen umgeben zu sein, beieinander am Küchentisch zu hocken und bis in die frühen Morgenstunden Flaschen aufzuziehen. An den klassischen Rieslingen hat man sich ziemlich schnell satt getrunken und sehnt sich nach mehr Ecken, Kanten und Vielfalt, so Moritz. Bei ihm führte der Weg dann (wie bei so vielen) erstmal ins Burgund, wo die Gärungen dreckiger und die Weine so spannend wie unerschwinglich sind. Dann wuchs die Neugier; auch Naturweine rückten auf den Plan: Weine, die neue Reize setzen können und die Rezeptoren in Gang bringen. Vorbilder sind heute etwa Tscheppe und Muster in der Steiermark, Tissot im Jura, oder Ziereisen im Markgräflerland. Wenn es mal eine Spur klassischer sein soll, trinkt Moritz Christmann oder Keller – mit Sophie und Felix ist er auch gut befreundet.

Trotz der Vorliebe für Ecken und Kanten möchte Moritz sich nicht unbedingt in die Naturwein-Ecke stellen. Das Label ist ihm herzlich egal und das Einordnen sollen andere übernehmen. Er will einfach Weine machen, die geil schmecken und die Nerven kitzeln, mit Mund und Bauch!herrenberg

Filter schließen
 
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
Blanc de Blanc brut nature
Blanc de Blanc brut nature

Weingut Jürgen Kissinger

weiß, Rheinhessen

Moritz hat seine Ausbildung unter anderem beim Sekthaus Raumland gemacht und das Thema später in England beim Gusbourne Estate in Kent nochmal vertieft. Deswegen, und weil uns sein Chardonnay so unfassbar von den Socken gehauen hatte,...

39,50 €
0,75 Liter (52,67 € / 1 Liter)