Jakob Tennstedt, Mosel

 Jakob-Tennstedt-Profil
JAKOB TENNSTEDT
Weingut Jakob Tennstedt

Wenn zu viele Köche den Brei verderben, schadet es nicht, wenn manche Köche Winzer werden. Besonders, wenn sie dann solche Kracher vom Stapel lassen wie Jakob Tennstedt!

Jakob hatte ursprünglich eine klassische Laufbahn in der Sternegastronomie eingeschlagen. Erst in Berlin, dann in Italien. Die Pinzetten satt, kochte er nach einer Weile dann lieber in kleinen italienischen Familienbetrieben mit regionalen, biologisch angebauten Produkten. Zum Essen gab’s Wein. Und der hat es Jakob angetan. So sehr, dass der Kochlöffel in der Schublade verschwand und er sich in den Wingert stellte. Zunächst ging es für ein Praktikum in die Wachau.

Als diese Probe auf’s Exempel erfolgreich war, war die Entscheidung gefallen: es folgte ein Studium in Geisenheim und Udine und anschließend Stationen bei diversen Weingütern, etwa Elisabetta Foradori und Château de Béru.

Es war also alles andere als ein geradliniger Weg nach Traben-Trarbach. Dass Jakob seinen ersten eigenen Weinberg jedoch hier an der Mosel auftun wollte, stand eigentlich schon lange fest, war doch der Wein, der ihn damals angefixt hatte ein Riesling von hier. Nach all dem Auf und Ab ist Jakob endlich angekommen. Und zwar im Kautenbachtal, einem kleinen Nebental der Mosel im Hunsrück. Die Reben, die er gefunden hat, stehen im Trarbacher Ungsberg und im Trarbacher Hühnerberg – alte Steilhanglagen, die in den 80er Jahren weitestgehend aufgegeben wurden, weil hier aufgrund der Steigung nirgendwo mit Maschinen gearbeitet werden kann. Die Reben sind zwischen 50 und 100 Jahre alt. Etwa die Hälfte von ihnen ist sogar noch wurzelecht!

lagen-jakob-tennstedt

Obwohl beide Lagen ein wenig abseits der Mosel selbst liegen, herrscht hier immer noch der typische, fein verwitterte graue Schiefer vor. Der Berg zeigt nach Süden, ist aber wie ein Amphitheater geformt, sodass die einzelnen Parzellen mal nach Südsüdwest, mal nach Südsüdost ausgerichtet sind.

Im Kautenbachtal ist die einzige Thermalquelle der Mosel. Vom Talboden strömt deshalb warme Luft den Hang hinauf, was manches Federvieh zum Aufstieg nutzt (und dem Hühnerberg vielleicht seinen Namen eingebracht hat). Zusätzlich sichert die Quelle den Grundwasserspiegel, was gerade in den klimawandlerischen Hitzejahren ein entscheidender Vorteil sein dürfte. Die einzelnen Ebenen sind anno dazumal terrassiert worden, um den Steilhang zu stützen und vor Erdrutschen zu schützen.
Hühnerberg und Ungsberg mögen keine ganz klassischen Mosel-Lagen sein, aber das ist Jakob eigentlich gar nicht so wichtig. Oder anders gesagt: eigentlich ist es ihm sogar ganz recht. Hier hat er seine Ruhe und kann die alten Steilhänge, deren Böden das Brachliegen sicherlich auch nicht geschadet hat, so bewirtschaften, wie er es für richtig hält, ohne sich wegen weniger naturnahen Kollegen Sorgen machen zu müssen.

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Konkret heißt das für die Arbeit im Weinberg: alles wird per Hand gemacht, Jakob folgt biodynamischen Grundsätzen und passt diese den konkreten Gegebenheiten an. Die Ecovin-Zertifizierung ist in Arbeit.

Im Keller ist Jakob Purist. Lange und sanfte Ganztraubenpressung, eventuell ein wenig Maischestandzeit, kurze Sedimentation und Ausbau im alten Holzfass. Keine Filtration, keine Schönung, kein Schwefel. „Den Rest macht der Wein alleine, wenn er gut ist,“ meint Jakob.

Und wie gut der Wein ist! Jakobs Riesling „Sterntaucher“ hat uns sofort fasziniert; noch nie hat uns ein Erstling eines Quereinsteigers dermaßen beeindruckt.

Wir sind glücklich, von Anfang an mit ihm zusammen zu arbeiten und freuen uns schon riesig auf die Jahrgänge, die da kommen mögen. 

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Jakob Tennstedt, Mosel

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JAKOB TENNSTEDT
Weingut Jakob Tennstedt

Wenn zu viele Köche den Brei verderben, schadet es nicht, wenn manche Köche Winzer werden. Besonders, wenn sie dann solche Kracher vom Stapel lassen wie Jakob Tennstedt!

Jakob hatte ursprünglich eine klassische Laufbahn in der Sternegastronomie eingeschlagen. Erst in Berlin, dann in Italien. Die Pinzetten satt, kochte er nach einer Weile dann lieber in kleinen italienischen Familienbetrieben mit regionalen, biologisch angebauten Produkten. Zum Essen gab’s Wein. Und der hat es Jakob angetan. So sehr, dass der Kochlöffel in der Schublade verschwand und er sich in den Wingert stellte. Zunächst ging es für ein Praktikum in die Wachau.

Als diese Probe auf’s Exempel erfolgreich war, war die Entscheidung gefallen: es folgte ein Studium in Geisenheim und Udine und anschließend Stationen bei diversen Weingütern, etwa Elisabetta Foradori und Château de Béru.

Es war also alles andere als ein geradliniger Weg nach Traben-Trarbach. Dass Jakob seinen ersten eigenen Weinberg jedoch hier an der Mosel auftun wollte, stand eigentlich schon lange fest, war doch der Wein, der ihn damals angefixt hatte ein Riesling von hier. Nach all dem Auf und Ab ist Jakob endlich angekommen. Und zwar im Kautenbachtal, einem kleinen Nebental der Mosel im Hunsrück. Die Reben, die er gefunden hat, stehen im Trarbacher Ungsberg und im Trarbacher Hühnerberg – alte Steilhanglagen, die in den 80er Jahren weitestgehend aufgegeben wurden, weil hier aufgrund der Steigung nirgendwo mit Maschinen gearbeitet werden kann. Die Reben sind zwischen 50 und 100 Jahre alt. Etwa die Hälfte von ihnen ist sogar noch wurzelecht!

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Obwohl beide Lagen ein wenig abseits der Mosel selbst liegen, herrscht hier immer noch der typische, fein verwitterte graue Schiefer vor. Der Berg zeigt nach Süden, ist aber wie ein Amphitheater geformt, sodass die einzelnen Parzellen mal nach Südsüdwest, mal nach Südsüdost ausgerichtet sind.

Im Kautenbachtal ist die einzige Thermalquelle der Mosel. Vom Talboden strömt deshalb warme Luft den Hang hinauf, was manches Federvieh zum Aufstieg nutzt (und dem Hühnerberg vielleicht seinen Namen eingebracht hat). Zusätzlich sichert die Quelle den Grundwasserspiegel, was gerade in den klimawandlerischen Hitzejahren ein entscheidender Vorteil sein dürfte. Die einzelnen Ebenen sind anno dazumal terrassiert worden, um den Steilhang zu stützen und vor Erdrutschen zu schützen.
Hühnerberg und Ungsberg mögen keine ganz klassischen Mosel-Lagen sein, aber das ist Jakob eigentlich gar nicht so wichtig. Oder anders gesagt: eigentlich ist es ihm sogar ganz recht. Hier hat er seine Ruhe und kann die alten Steilhänge, deren Böden das Brachliegen sicherlich auch nicht geschadet hat, so bewirtschaften, wie er es für richtig hält, ohne sich wegen weniger naturnahen Kollegen Sorgen machen zu müssen.

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Konkret heißt das für die Arbeit im Weinberg: alles wird per Hand gemacht, Jakob folgt biodynamischen Grundsätzen und passt diese den konkreten Gegebenheiten an. Die Ecovin-Zertifizierung ist in Arbeit.

Im Keller ist Jakob Purist. Lange und sanfte Ganztraubenpressung, eventuell ein wenig Maischestandzeit, kurze Sedimentation und Ausbau im alten Holzfass. Keine Filtration, keine Schönung, kein Schwefel. „Den Rest macht der Wein alleine, wenn er gut ist,“ meint Jakob.

Und wie gut der Wein ist! Jakobs Riesling „Sterntaucher“ hat uns sofort fasziniert; noch nie hat uns ein Erstling eines Quereinsteigers dermaßen beeindruckt.

Wir sind glücklich, von Anfang an mit ihm zusammen zu arbeiten und freuen uns schon riesig auf die Jahrgänge, die da kommen mögen. 

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Riesling Sterntaucher
Riesling Sterntaucher

Weingut Jakob Tennstedt

weiß, Mosel-Saar-Ruwer, 2017

Mosel, not Mosel. Das Kautenbachtal liegt ein wenig abseits des Hauptlaufs der Mosel, südwestlich von Traben-Trarbach. Obwohl die Böden hier denen am Fluss ähneln, ist das Mikroklima doch ein anderes. Und der Sterntaucher ist auch ein...

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