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"Gavi "Filagnotti""

Zur Gavi-Rebsorte Cortese wissen auch die Weinlexika nicht viel mehr zu schreiben als „ergibt meist neutrale, einfache Weine“.

Filagnotti aber ist die Antithese zum belanglosen Gavi di Gavi vom Stammitaliener.

Denn Bellotti wäre nicht Bellotti, wenn er aus Cortese nicht einen Wein auf die Flasche zaubern würde, der an die großen Südfranzosen à la l’ Horizon oder Matassa erinnert.

Er liest per Hand, vergärt den Most spontan und lässt ihn anschließend zirka ein Jahr auf der Feinhefe im Akazienholzfass reifen. Danach füllt er ohne Schwefelzugabe an und legt die Flaschen für Jahre (!) in den Keller.

Jahrgang 2007 kam erst 2014 auf den Markt; perfekt gereift zu einem sehr spannungsvollen Unikat. Mit etwas Luft entfaltet er Aromen von kandierten Zitronenzesten, Grapefruitschalen und wildem Fenchel. Im Mund packt er mit einer kräutrigen Würze zu, unterlegt mit feiner Säure und saftiger Struktur.

Alexandras Sommelière-Empfehlung: Schweinshaxe, Rhababer & Bottarga


Mehr zu Stefano Bellotti

Als wir 2014 Stefano Bellotti auf die Präsentation der Großen Gewächse in Berlin mitgenommen haben, weil er gerade bei uns zu Gast war, hat er mehrmals nur sprachlos den Kopf geschüttelt. Die Frage, warum so viele Winzer ihre Weine mit viel zu viel Schwefel abtöten, konnten wir ihm nicht befriedigend beantworten.

Stefano hat die Vision einer großen biodynamisch arbeitenden Farm. Dorthin möchte er andere Winzer einladen, damit sie mehr über diese Arbeitsweise erfahren und sich offen einer Weinbereitung nähern können, die ohne Zusätze, ohne Chemie, ohne Schwefel auskommt.

Als Jugendlicher lebte Stefano Bellotti für eine Weile in Genua – und hasste das Stadtleben. „Ich fühlte mich wie in einem Gefängnis“, sagt er heute. Er hat sich daher komplett dem Landleben verschrieben. Seit dem Ende der Siebzigerjahre bewirtschaftet er seinen Hof dreißig Kilometer südlich von Alessandria im Piemont.

Zum Weinbau kam er eher notgedrungen: In der Gegend um Novi Ligure herrschen nicht die besten Bedingungen für die Landwirtschaft. Wein war schlichtweg das einzige, was wirklich gut zu gedeihen schien. 1984 stellte er komplett auf biodynamischen Anbau um. Und das zu einer Zeit, als andere Winzer noch in der industriellen Produktion der Weine ein Segen sahen und sich wirtschaftlichen Aufschwung erhofften. Dabei versteht er den Ansatz nicht als Religion, sondern vielmehr als eine einfache Art der Landwirtschaft, die hervorragende Ergebnisse erzielt.

Heute wissen wir, dass sein mutiger Entschluss sich gegen den Trend zu stellen, der richtige war. Sehr früh konnte er so seine eigene Handschrift entwickeln und neue Akzente setzen. Bellottis Weine haben Strahlkraft und Leichtigkeit und heben sich deutlich von der Masse der im Piemont produzierten Weine ab.

"Im Keller mache ich fast nichts“, sagt Bellotti gerne etwas provozierend. Er nutzt ausschließlich wilde Hefen und filtriert seine Weine nur leicht, bevor er sie abfüllt.

Seine Cascina degli Ulivi umfasst 22 Hektar Weinberge, 10 Hektar Anbaufläche für Futtermittel und Weizen, einen Hektar Gemüsegarten, geschätzte 1.000 Obstbäume, einen Kuhstall und Geflügel.

 

Jahrgang: 2007
Weingut: Cascina degli Ulivi
Farbe: weiß
Land: Italien
Region: Piemont
Rebsorte: Cortese
Trinkreife: bis 2020+
Trinktemperatur : 12-14 °C
karaffieren: ja
Besonderheit: nicht filtriert, ungeschwefelt, Vin Naturel
Anbau: biodynamisch
Vergärung: wilde Hefen (spontan)
Ausbau: großes Holz
Alkohol: 12,5 Vol. %
Schwefelgehalt: 0-20 mg/l
Boden: roter Ton
vegan: ja
Verschlussart: Korken
Zertifikate: Demeter
Allergenhinweis: enthält Sulfite
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