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"Schlehdorn"

Wenn wir den Schlehdorn als größten Riesling der Kühn`schen Kollektion bezeichnen, sind sicher Viele d'accord. Wer Schlehdorn schon einmal probiert hat, kennt diesen Moment der Sprachlosigkeit und das Glücksgefühl, das sich im Körper ausbreitet.Dieser Riesling ist monumental. Er braucht etwas Zeit und Vorbereitung, will karaffiert werden und braucht viel Luft in großen Gläsern.

Er wurde auf der Schale vergoren und hatte lange Zeit, im Halbstückfass zu einem komplexen, dichten und vibrierenden Riesling zu reifen.

In die Nase steigen Aromen von kleinen gelben Äpfeln, Quitten, etwas Waldhonig, dazu Schwarzteearomen und Kräuterwürze.

Am Gaumen zupackend, mit fein akzentuierten Tanninen, erdiger Mineralität und jeder Menge Druck.

Man sollte sich diesem Wein vollkommen hingeben und den Moment der Stille mit allen Sinnen genießen.

 

Alexandras Sommelière-Empfehlung: Wolfsbarsch im Salzteig, Senf & Estragon

 


 

Mehr zu Peter Jakob Kühn

An Eigenwilligkeit und Individualität hat es Peter Jakob Kühn noch nie gefehlt. Er ist durch und durch Bio-Winzer und Visionär. 1979 hat er zusammen mit seiner Frau Angela das Weingut in 11. Generation übernommen. Gemeinsam haben sie dessen Entwicklung vom Fassweinvermarkter bis hin zum Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) geleitet und dem Weingut seine heutige Bio-Ausrichtung gegeben.

„Die Entscheidung für den Schritt hin zur Biodynamie war die beste unseres Lebens“

Seit 2004 arbeiten die Kühns als eines der ersten Rheingauer Weingüter nach den Grundsätzen der Biodynamie. Mit ihren spontan vergorenen Rieslingen erzeugen sie Weine fernab des fruchtigen Mainstreams.

Das Familienweingut befindet sich im fließenden Generationenwechsel. Sohn Peter Bernhard und Vater Peter Jakob entscheiden und arbeiten heute gemeinsam im Wingert und im Keller. Mutter Angela, die unverbesserliche Optimistin und Seele des Weinguts, sowie die beiden Töchter Kathrin und Sandra kümmern sich um Vertrieb, Verwaltung und Kommunikation.

„Unsere Prämisse: Gesunder Most ist sich selbst der beste Kellermeister“

Die Trauben werden mit viel Erfahrung, Sensibilität und Aufmerksamkeit von Hand gelesen. Im Weingut wird das Lesegut dann sehr langsam weiterbegleitet. In der Kelter geben die Trauben bei niedrigem Druck über mehrere Stunden ihren Most ab. Das Traubengerüst wirkt dabei wie ein natürlicher Filterkuchen im Presskorb. Der Most läuft von der Kelter milchig-trüb in den Keller, wo er einen Nacht ruht, bevor er in sein neues Zuhause gelegt wird. Auf sämtliche Formen der Schönung wird verzichtet.


Quarzit in den Kühn'schen Weingärten

Die Kühns vergären grundsätzlich ohne Temperaturkontrolle, um diesen natürlichen Prozess nicht zu manipulieren, und ausschließlich spontan mit den eigenen, natürlichen Hefen, um einen möglichst eigenständigen Charakter des Weines zu erreichen. Dem Wein lassen sie dabei größtmögliche Freiheit – wenn er es „will“, durchläuft er auch eine zweite, malolaktische Gärung, und erreicht so sein inneres Gleichgewicht.

Nach Abschluss der Gärung ruhen und reifen die Jungweine noch längere Zeit auf der Hefe – in manchen Fällen für mehrere Jahre – und erlangen dadurch noch einmal eine ganz andere Struktur und Gestalt. Der Ausbau der Orts- und Lagenweine findet im großen Holzfass statt.

Welch eigenen Stil sie in den letzten Jahren entwickelt haben, belegen die Spitzen ihres Riesling-Sortiments eindrucksvoll. Ihr Erstes Gewächs St. Nikolaus strotzt nur so vor Mineralität und salziger Länge. Amphore und Schlehdorn sind einzigartig in der mitunter von Gleichförmigkeit geprägten deutschen Riesling-Welt.

Im Gault Millau Weinguide 2015 wurde ihr 2013er Jacobus Riesling trocken zum besten Gutswein gewählt: "An der Spitze brilliert ein zupackender Riesling von Peter Jakob Kühn - der manches "Große Gewächs" alt aussehen lässt."

Nun folgte der Ritterschlag: der Gault Millau Weinguide 2016 kürte Peter Jakob Kühn als Winzer des Jahres 2016.

 

 

Jahrgang: 2013
Weingut: Weingut Peter Jakob Kühn
Farbe: weiß
Land: Deutschland
Region: Rheingau
Rebsorte: Riesling
Trinkreife: bis 2025+
Trinktemperatur : 12-14 °C
karaffieren: ja
Anbau: biodynamisch
Vergärung: wilde Hefen (spontan)
Ausbau: Halbstückfass
Alkohol: 13 Vol. %
Restzucker: 5,3 g/L
Boden: sandiger Löß
Rebstöcke Alter: 70-80 Jahre
vegan: ja
Verschlussart: Korken
Allergenhinweis: enthält Sulfite
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