REHLEIN ON TOUR - Alexandras Winzer-Kurztrips TEIL II

Der Geyerhof

Auch wenn Alexandra unglaublich gerne Riesling trinkt, wird doch der Grüne Veltliner immer ihre erste große Liebe bleiben. Bei einer Kurzreise nach Wien hat Alex gleich die Chance ergriffen, das Weingut Geyerhof im Kremstal zu besuchen, deren Grüne Veltliner wir schon sehr lange im Sortiment haben und einfach klasse finden.

Die Region des Kremstals zeichnet sich durch seine wunderschönen, tiefen Lößterrassen aus, deren  Boden super Verhältnisse für den Weinbau liefern. Der sehr nährreiche Löß hat die Eigenschaft, locker aufzukrümeln und trotzdem stabil strukturiert zu sein, sodass in dieser Region viele Naturkeller tief in sie hineingegraben werden konnten. Der Geyerhof hat genau solch einen Naturkeller, welcher perfekte Bedingungen für die Weine liefert.


Es muss für Alex beeindruckend gewesen sein, diesen knapp 1000 Jahre alten Hof mit seinem barocken Schiffmeisterhaus und historischem Weinkeller das erste Mal zu betreten. Federführende Kräfte sind hier Maria und Josef. Da darf gerne ein bisschen geschmunzelt werden - aber in Anbetracht des Alters des Hofes passt es ja irgendwie. Schon seit dem 16 Jhd. ist der Geyerhof im Familienbesitz der Maiers. Seit 1988 haben sie dreiundzwanzig Hektar Weingärten, die von Anbeginn biologisch bewirtschaftet wurden. Dazu kommen dreiundzwanzig weitere Hektar, die landwirtschaftlich genutzt werden. Es wird etwas Vieh gehalten und Bienenstöcke gibt es auch.


Alex wurde sehr herzlich von der jungen vierköpfigen Familie in Empfang genommen und konnte gleich von der neuen Espressomaschine profitieren (Marias ganzer Stolz).
Von Josef hat sie sich dann den Hof, die Weinberge und den Keller zeigen lassen. Dabei kamen sie darüber ins Plaudern, wie sich die Einstellung vieler junger Winzer in den letzten Jahren geändert hat. Er selbst hat an der BOKU (Universität für Bodenkultur) in Wien studiert. Ihm liegt der Boden und die Landwirtschaft sehr am Herzen. Schließlich sind Winzer genau das: Landwirte! Josef findet es schade, dass Weinmachen heutzutage viel mehr zu einer Laborarbeit geworden ist. Winemaker verbringen viel Zeit damit, auszurechnen, wie viel Behandlungsmittel sie welchem Wein zugeben müssen, damit dieser den gewünschten Geschmack bekommt. "Viele Winzer sehen sich nicht mehr als Bauern", so Josef. Dabei sei es genau das, was Winzer sein sollten. Die Grundlage für guten Wein liegt nicht im Keller sondern im Weinberg. Dort finden 90 Prozent der "Weinbereitung" statt, das darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. 

Das Weinjahr 2017 hatte beispielsweise so seine Tücken. Im Sommer gab es eine sehr lange Hitzeperiode. Viele Winzer haben deswegen den Wasserhahn aufgedreht und ihre Weingärten bewässert, was dazu geführt hat, dass die Reben sich vollgesaugt haben und die Reifung beschleunigt wurde. Es musste früher gelesen und im Nachhinein versucht werden, die Weine geschmeidig zu bekommen. Josef hat von vornherein darauf verzichtet, zu bewässern. Normalerweise machen Reben ab einer Temperatur von 32°C "zu". Es findet keine Assimilation mehr statt, die Traubenentwicklung und -reife bleibt stehen bis die Temperatur wieder abkühlt. Durch den Verzicht auf Bewässerung, also durch bewusstes Nichteingreifen, wurden die Trauben erst viel später auf natürlichem Wege reif und behielten so ihre mineralische Kühle. Josefs 2017er unterscheiden sich sehr von denen seiner Kollegen, welche viel kräftiger und üppiger geworden sind. Deswegen ist der 2017er Rosensteig beim ersten Versuch nicht durch die Appellationsprüfung gekommen, er sei nicht charakteristisch für den 2017er Jahrgang. Nach etwas Erklärung bei der betreffenden Behörde hat es im zweiten Anlauf dann aber doch noch geklappt.

Alexandra war vor Ort schon total begeistert vom neuen Jahrgang. Für sie ist es wirklich erstaunlich, wie leicht und elegant die neuen Weine trotz dieser Hitze im Sommer geworden sind. Nun ist der 17er Rosensteig auch bei uns in Berlin eingetroffen. Wir sagen nur Eines: Alex hat uns nicht zu viel versprochen!


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