REHLEIN ON TOUR - Alexandras Winzer-Kurztrips TEIL I

Zu Besuch bei Stefan Vetter

 

Holger Schwarz kann sich noch genau erinnern, wie er Stefan Anfang 2014 in Maxims Weinbar kennengelernt hat. Zwei denkbar unterschiedliche Charaktere, die hier aufeinander getroffen sind und doch sollte dies der Beginn einer wunderbaren freundschaftlichen Zusammenarbeit werden. 4 Jahre ist das nun schon her. Seitdem macht sich Stefan regelmäßig auf den Weg zu uns nach Berlin. In seiner Natur liegt das nicht gerade, man kann ihn definitiv nicht als Rampensau bezeichnen. Wer Stefan kennenlernen darf, merkt schnell: Dieser Mann ist Winzer durch und durch. In einer Großstadt würde er eingehen wie eine Pflanze ohne Licht.

Es wurde nun also wirklich Zeit, Stefans mehrfach ausgesprochener Einladung zu folgen und auch ihm einmal einen Besuch in Gambach abzustatten. Für Alexandra lag das Weingut auf dem Rückweg aus der österreichischen Heimat. Den Abstecher nach Franken mit dem Heimaturlaub zu verbinden, war für sie „das Tüpfelchen auf dem i“. Vom Schlemmen daheim zum Schwelgen im Wein.

Das 1200-Seelen-Örtchen liegt etwa 30 km nördlich von Würzburg. Aus Richtung Süden passiert man unweigerlich die steilen Terrassen des Gambacher Kalbensteins, welche sich entlang des Mainufers erstrecken. Ein sehr beeindruckender Empfang in Stefans Winzer-Welt. Beim Anblick dieser „Weingärten“, wie man in Österreich sagt, wurde Alexandra gleich ersichtlich, was Stefan hier so packend findet und seine Weine so spannend macht. Harte Arbeit muss das sein. Traktoren oder Vollernter sind hier fehl am Platz. Außerdem verläuft genau im Kalbenstein die Abbruchgrenze vom Muschelkalk zum Buntsandstein. Stefans Leidenschaft ist es genau diese Unterschiede der Bodenstruktur im Wein herauszuarbeiten. Das gelingt ihm auch sehr gut.

 

Sein Handwerk hat Stefan bei Nittnaus am Neusiedlersee gelernt. Dass er aber irgendwann was Eigenes haben wollte, war für ihn von vornherein klar. Die Region um Gambach scheint wie gemacht für ihn zu sein. Hier kann er sich richtig austoben. Die Gesamtrebfläche des Kalbensteins liegt ungefähr bei 14 Hektar und wird von unzähligen Nebenerwerbswinzern bewirtschaftet. Stefan ist der einzige, der sein Brot und Butter ausschließlich mit Wein verdient. 2 Hektar hat er insgesamt - „Süß!“, würde so mancher Winzerkollege dazu sagen. Es soll ihm aber erstmal jemand nachmachen, unter diesen Konditionen zu arbeiten und solche Ergebnisse im Wein zu erzielen. Herbizide sind für Stefan tabu. Mit Spitzhacke und Motorsense wird im Steilhang dem Unkraut der Kampf angesagt. Auch im Keller arbeitet Stefan sehr naturbelassen. Seine Weine (hauptsächlich Silvaner, ein wenig Riesling und Müller Thurgau) sind spontan mit traubeneigenen Hefen vergoren und werden nur mit einem Bruchteil des zugelassenen Schwefels behandelt. Er arbeitet gern mit dezentem Holz. Seine gebrauchten Fässer hat er natürlich von Nittnaus bekommen und hat sich somit ein wenig Österreich nach Franken geholt.

Alexandra hat sich bei Stefan direkt wohl gefühlt. Von der ganzen Familie wurden sie und ihr Mann in Empfang genommen. Die Familie, das sind Stefan, seine Frau und ihre zwei kleinen Kinder, die dem Haus ganz schön Leben einflößen. Ein Schild am Hauseingang mit der Aufschrift „Weingut Stefan Vetter“, sucht man aber vergeblich. Weintouristisch sind die Vetters nicht unterwegs. Auf die Frage, welche Pläne Stefan hat, antwortet er nicht etwa, dass er expandieren möchte, seine Rebflächen vergrößern und hoch hinaus will. Vielmehr möchte er sich ein wenig mehr fokussieren, den Weinen mehr Zeit geben und auch das Sortiment ein wenig reduzieren. Nicht weniger Menge möchte er machen, sondern weniger Einzelweine. Auch wenn es seine große Leidenschaft ist, aus jeder einzelnen Parzelle die Eigenständigkeit herauszuarbeiten und diese im Wein wiederzuspiegeln, so ist es doch schwierig, mit nur 2 Hektar Rebfläche so viele verschiedene Weine in den Verkauf zu bringen ohne davon jeweils wirklich Menge zu haben.

Wir freuen uns in jedem Fall auf Stefans zukünftige Weine. Seine Intuition hat uns bisher immer überzeugen können. Und das, was Alex aus dem Fass vor Ort probieren durfte, lässt viel versprechen, so sagt sie. Die nächsten Jahrgänge werden wieder filigran und haben ihren sehr geschätzten Eigencharakter.

Stefans aktuelle Weine sind online übrigens hier zu finden.

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